Kürzlich schrieb George Monbiot auf Bluesky, wenn man sich hilflos fühlen sollte gegenüber der globalen Faschisierung, sei der erste Schritt, freundlich, fürsorglich und solidarisch miteinander umzugehen. Dem Faschismus gehe es im Kern um Zerstörung und Leidzufügung, deswegen seien solidarische und liebevolle Communities das Fundament von Resilienz – für die Zerstörung von außen und für die Faschisierung im Inneren.
In meiner Arbeit stelle ich oft fest, wie schwierig es ist, das umzusetzen. Wie sehr Menschen, die in den allermeisten Dingen übereinstimmen, die sich bis vor kurzem noch mochten, von Gewaltvorfällen, Konflikten und der Überforderung im Umgang damit zerrissen werden. Es ist nicht nur der einzelne Gewaltfall, es ist eine Kultur von Übergriffigkeit, Ellenbogenverhalten, Konkurrenzkampf und Rechthaberei, die wir alle verinnerlicht haben weil Kapitalismus und Patriarchat. Diese Mischung, kombiniert mit mangelnden Ressourcen und Kompetenzen für einen heilenden und wiedergutmachenden Umgang, zerfressen Communities von innen, zerstören Solidarität, verunmöglichen gemeinsam Projekte und Widerstand. Man muss sich nicht heiraten wollen, um zusammen arbeiten, wohnen, Sport machen, einen Verein betreiben und so weiter zu können. Was es braucht, ist Wohlwollen, Demut, die Einsicht, dass es in diesen Zeiten essenziell wichtig ist, Gemeinschaft aufzubauen und zu erhalten (und nicht: Recht zu haben, moralisch rein zu sein, auf Linie zu sein etc!) – und ein paar gute Kommunikations- und Konflikttools. Es ist möglich, betroffenensolidarisch, traumasensibel und inklusiv zu sein. Niemand ist vernachlässigbar, niemand wird zurückgelassen. No one ist disposable.
Sorgt jetzt für eine robuste Konfliktkultur.
Holt Euch Unterstützung dafür.
Versucht Euch als Community zu begreifen, die füreinander da ist und Verantwortung hat. In faschistischen Zeiten ist jede Gruppe mehr als nur ein Hobbyverein – gestaltet das aktiv.
Bereitet Euch auf mögliche Konfliktfälle vor, wie man eine Wohnung auf den Winter vorbereitet. Das Holz sammelt man im Sommer, damit man es hat, wenn es kalt wird. Das Dach repariert man, bevor der Regen kommt – damit es nicht reinregnet.
Löscht Feuer, solange sie noch klein sind, und nicht, wenn bereits das ganze Haus in Flammen steht Wann greift man am besten ein und holt Hilfe? Genau, sofort, wenn man merkt, dass man mit dem eigenen Feuerlöscher und dem Wassereimer nicht weitergekommen ist.
Auch in guten Zeiten ist es so viel einfacher, Konflikte und belastende Ereignisse zu bearbeiten, wenn man eine gute Basis hat, vorbereitet ist.
Ich werde mich in der nächsten Zeit vermehrt mit Communitybuilding, Community Transformation, Restorative Conferencing und so weiter befassen, um Euch entsprechende Angebote machen zu können. Meldet Euch über das Kontaktformular.